Coaching-Fragen für 9 Alltagssituationen, die dir dabei helfen, dich, dein Pferd und deinen Hund besser zu verstehen

Coaching-Fragen für 9 Alltagssituationen, die dir dabei helfen, dich, dein Pferd und deinen Hund besser zu verstehen

Vielleicht geht es dir auch so, dass du dich am Ende eines Tages manchmal ein bisschen darüber ärgerst, dass du zwar Zeit mit deinem Pferd oder deinem Hund verbracht hast, aber eben doch nicht wirklich anwesend warst.  

 

In so vielen Alltagssituationen mit dem Pferd oder dem Hund laufen wir auf „Autopilot“. Gerade im Zusammensein mit unseren Tieren ist das total schade, da uns dadurch so vieles entgeht: viele Informationen, die wirklich wichtig für die körperliche und psychische Gesundheit unseres Pferdes oder Hundes sind, aber auch einfach das bewusste Genießen der gemeinsamen Zeit mit unserem Tier.

 

Daher habe ich dir in diesem Blog-Artikel Coaching-Fragen zusammengestellt, die dir dabei helfen, dich und dein Pferd oder deinen Hund besser zu verstehen, Situationen genau wahrzunehmen, neue Seiten an dir und deinem Tier zu entdecken und Dinge einfach mal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.

 

Die Fragen beziehen sich auf die Themen:

  1. Annäherung
  2. Kontaktaufnahme
  3. Körperpflege
  4. Füttern
  5. Satteln / Anleinen
  6. Gemeinsam Gehen
  7. Gemeinsam Chillen
  8. Training
  9. Spielen

 

 

Wie du die Coaching-Fragen sinnvoll nutzt

 

Bei der Beantwortung der Fragen gibt es kein Richtig und kein Falsch. Betrachte die Antworten möglichst ohne Bewertung oder Schuldgefühle, sondern mit Neugier, Offenheit und Interesse. Freu dich darüber, wenn du etwas Unerwartetes entdeckst. Sehr hilfreich dafür ist eine zugewandte liebevolle Haltung dir selbst und deinem Tier gegenüber.

 

Du kannst die Situationen und Fragen wie ein Baukastensystem sehen:

Wähle die Situation und die Frage aus, die gerade jetzt für dich interessant ist und die dich intuitiv anspricht.

Du kannst eine Situation mit mehreren Fragen intensiver betrachten oder auch eine Frage über eine Woche immer mal wieder stellen und schauen, ob sich je nach Situation etwas an der Antwort ändert.

 

1 _ ANNÄHERUNG

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Wie reagiert dein Tier, wenn du kommst?

  • Kommt dein Pferd an die Boxentür? Kommt es dir auf der Weide entgegen?
  • Dreht es sich um und geht genau in die andere Richtung?
  • Wartet dein Hund schon an der Tür, wenn du nach Hause kommst?
  • Springt er an dir hoch oder beachtet er dich gar nicht?
  • Welche Erwartung hast du?
  • Was wäre, wenn dein Tier komplett anders reagieren würde?
  • Was für einen Einfluss hat es auf deine Gefühlslage, ob dein Tier kommt oder nicht kommt?

2 _ KONTAKTAUFNAHME

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Wie reagiert dein Tier, wenn du Kontakt zu ihm aufnehmen willst?

 

  • Nimmt dein Pferd oder dein Hund von sich aus Kontakt auf?
    Kommt dein Pferd oder dein Hund auf dich zu und berührt dich von sich aus mit den Nüstern / der Schnauze?

 

  • Wie erlebst du die Annäherung? Erlebst du es als freundliche Begrüßung oder ist dein Tier so stürmisch, dass du einen Schritt zurückweichen musst?

 

  • Wie nimmst du selbst Kontakt zu deinem Pferd oder Hund auf? Schnell, langsam, vorsichtig, abwartend, forsch, direkt…? Nimmst du dein Tier dabei bewusst wahr? Holst du dir seine Erlaubnis für die Berührung ein?

 

  • Was hat du für Erwartungen? Warum möchtest du einen Kontakt zu deinem Tier?

 

  • Was gibt es dir, diesen Kontakt zu haben?

 

 

3 _ KÖRPERPFLEGE

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  • Was ist die Lieblingsputz- oder Lieblingskraulstelle deines Tiers? Wie genau zeigt dein Pferd oder dein Hund dir das? Wo will sich dein Tier gar nicht berühren lassen? Welche Art der Bürste mag mein Tier am liebsten?

 

  • Wie putzt oder kämmst du? Schnell, langsam, kräftig, sanft, bewusst oder nebenbei? Falls du Kontakt zu mehreren Tieren hast: macht du Unterschiede oder putzt und kämmst du jedes Tier gleich?

 

  • Erwartest du, dass dein Tier sich überall anfassen lässt? Muss es das? Wenn ja, warum denkst du so?

 

  • Wie empfindest du die Zeit der Putzens oder Kämmen? Bist du mit deinen Gedanken ganz da oder bist du ganz woanders?

 

 

4 _ FÜTTERN

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      • Was ist das Lieblingsessen deines Hundes oder deines Pferdes?

       

      • Wie verhält dein Tier sich, wenn es etwas zu Essen haben will? Wie verhält dein Tier sich beim Essen?

       

      • Ist das Essen das Highlight des Tages für dein Tier oder hat es auch andere Highlights?

       

      • Was bedeutet es für dich, dein Tier zu füttern? Läuft das eher nebenher oder hast du eine richtig Fütterungsphilosophie?

       

      • Welche Gefühle vermittelt dir das Füttern deines Tieres?

       

      • Bekommt dein Pferd oder Hund Leckerlis? Nutzt du Leckerlis beim Training? Warum oder warum nicht? Was wird dadurch ermöglicht? Was spräche für die genau konträre Vorgehensweise?

       

       

      5 _ SATTELN / ANLEINEN

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      • Satteln und Anleinen: Beobachte die ganz feinen Signale deines Pferdes oder deines Hundes. Wie verhalten sie sich, was kannst du wahrnehmen, wenn du dich mit dem Sattel näherst oder zur Leine greifst?

       

      • Das Ohrenspiel, die Augen, die Muskeln (angespannt oder locker), die Atmung oder gar ein Weggehen oder Weglaufen oder ein angerannt kommen verraten dir hier ganz viel.

       

      • Wie fühlst du dich selbst in diesem Moment? Bist du gelassen oder hektisch?  Willst du das Satteln oder Anleinen schnell hinter dich bringen, weil du Reiten bzw. Spazieren gehen will? Bist du gedanklich im Moment oder bist du mental schon beim Reiten oder auf dem Spazierweg?

       

       

      6 _ GEMEINSAM GEHEN

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      • Geht ihr in einem ähnlichen Tempo? Oder will einer schnell und der andere lieber langsam gehen?

       

      • Geht ihr flüssig oder ruckelt es? Zieht dein Pferd oder dein Hund in eine andere Richtung?  Drängt dein Tier dich ab oder läuft dir vor die Füße?

       

      • Spürst du einen Kontakt, der durch das Seil oder die Leine geht?

       

      • Lauft ihr gemeinsam oder geht jeder für sich?

       

      • Bist du gedanklich im Moment, bei dir und bei deinem Tier? Oder denkst du beim Gehen an die Arbeit, die Familie oder andere Themen? Bist du die ganze Zeit am Handy?

       

      • Wie fühlst du dich neben deinem Pferd oder deinem Hund? Vertraut, unsicher, aufgeregt, gelassen…?

       

       

      7_ GEMEINSAM CHILLEN

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      Einfach gemeinsam Zeit verbringen. Bei deinem Pferd auf der Weide oder in der Box sitzen; mit dem Hund draußen bummeln oder drin gemeinsam Zeit verbringen.

      • Wo genau und mit was verbringt dein Tier am liebsten seine Zeit zum Wohlfühlen und zum Erholen?

       

      • Machst du das bereits regelmäßig und verbringst bewusst Zeit mit deinem Pferd oder deinem Hund, ohne dass es dabei um Training oder Lernen geht? (Falls du ein Pferd und einen Hund hast, gibt es da einen Unterschied?)

       

      • Fällt es dir leicht oder schwer? Kannst du die Zeit genießen oder bist du gedanklich ganz woanders?

       

      • Wartest du darauf, dass du bald wieder aktiv etwas tun kannst oder wünschst du dir, dass ihr ewig weiter chillen könntet?

       

      8_ TRAINING

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      • Wenn du deinem Hund oder deinem Pferd etwas beibringen möchtest:
        Ist es dir wichtig, dass:
        1. es euch beiden Spaß macht?
        2. es schnell voran geht?
        3. die Übung korrekt ausgeführt wird?
      • Bist du gedanklich mehr bei deinem Tier oder mehr bei dir?

       

      • Wie verhältst du dich, wenn du trainierst: Hast du einen genauen Plan? Arbeitest du spontan? Warum machst du das so?  Was sind die Vorteile, was die Nachteile? Arbeitest du nach einer bestimmten Trainingsmethode? Lehnst du ein bestimmtes Vorgehen ab? Wenn ja, warum?

       

      • Wann macht dir das Training Spaß? Ist dir vor allem das Ergebnis oder die Beziehung wichtig? Wie reagierst du, wenn eins von beiden oder beides an einem Tag nicht so ist, wie du dir das wünschst?

       

      • Wieviel Mitbestimmungsrechte gibst du deinem Pferd oder deinem Hund? Darf dein Tier auch mal keine Lust auf Training haben? Welche Gefühle löst das in dir aus? Was denkst du dann? Gibt es Übungen, bei denen du kompromisslos bist und andere, bei denen du kompromissbereit bist? Wie unterscheiden sie sich und warum entscheidest du so?

       

      • Was genau gibt dir das, wenn dein Tier sich so verhält, wie du es erwartest? Wer bist du dadurch, dass dein Tier dieses Verhalten zeigt?

       

       

      9 _ SPIELEN

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      • Wo, wann und wie spielen dein Pferd oder Hund gerne?

       

      • Wie zeigt dein Tier dir an, dass es in Spiellaune ist? Wie verhält dein Tier sich beim Spielen?
      • Woran erkennst du, dass es Freude dabei hat? Wie zeigt dir dein Tier, dass es nicht mehr spielen möchte? 
      • Wo, wann und wie spielst DU gerne mit deinem Hund oder deinem Pferd? Ist das für dich eine reine Spielsituation oder sollte auch ein Spiel für dich „pädagogisch wertvoll“ sein?
      • Wer von euch macht normalerweise den Anfang beim Spielen?

      Du willst eine Problem-Situation mit deinem Pferd oder deinem Hund ganz konkret betrachten und neue Perspektiven dafür entwickeln?

       

      Genau dafür habe ich den SPIEGEL-TEST entwickelt:

       

      Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit der du strukturiert vorgehen und ganz klar verstehen kannst, was dein Tier dir sagen will.

       

      Ich wünsche dir dabei viel Freude!

       

      Schreib‘ mir gerne per Mail oder auf Instagram (@petra.graak), was du mit dem SPIEGEL-TEST oder auch mit den Coaching-Fragen herausgefunden hast.

      Warum du auf dich selbst schauen solltest, wenn dein Hund an der Leine zieht und dein Pferd bockt…

      Warum du auf dich selbst schauen solltest, wenn dein Hund an der Leine zieht und dein Pferd bockt…

      …und welche 3 Verhaltensweisen eine Lösung am meisten behindern

       

      Waaas? Mein Pferd bockt, mein Hund zieht an der Leine und ich bin Schuld?

      Ganz klar:  NEIN! Du bist nicht Schuld. ABER: du trägst zu 100% die Verantwortung für deine Reaktion darauf.

      Ich weiß, diese Haltung ist nicht bequem, aber eine intensive Beschäftigung mit dir selbst kann extrem nützlich sein, um euer Problem zu lösen.

      Außerdem kann es auch richtig viel Spaß machen!

       

      Persönlichkeitsentwicklung bedeutet nicht, ewig lang durch das Tal der Tränen zu gehen, sondern ist auch verbunden mit ganz vielen persönlichen Hochfühl-Momenten.

       

      Da kommst du aber nicht so schnell hin, wenn du lange in einem dieser 3 Bereiche bleibst:

       

       

      Die 3 Wege der Problem-Stabilisierung

       

      1. Problem-Fokus
      2. Arbeit am Symptom
      3. Kontroll-Mythos

       

       

      Problem-Fokus

      Das Pferd bockt? Der Hund zieht an der Leine und kläfft andere Hunde an?

      Sehr schnell entwickelt sich ein Fokus, nur das Problem wahrzunehmen und regelrecht darauf zu warten.

      Wann ist es wieder so weit? Wie kann ich es verhindern? Wie kann ich es unterbinden? Warum tut mein Tier das?

      Es ist absolut verständlich, das Problem so schnell wie möglich lösen zu willen, aber genau diese Konzentration auf das Problem führt dazu:

       

      • Das wir das Pferd oder den Hund und auch uns selbst nur noch in Bezug auf das Problem wahrnehmen. Das kennt man ja, wenn man beim Arzt ist und mitbekommt, dass man eigentlich nur noch als „der Fuß“ betrachtet wird
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      • .Es wird um so schwerer, eine Lösung zu finden, weil der Problem-Fokus den Blickwinkel einengt. Für eine Lösung brauchst du Weite und neue Perspektiven.

       

      Die Konzentration auf das Problem führt sehr häufig zum nächsten Punkt.

       

      Arbeit am Symptom 

      Das Pferd sperrt (reißt das Maul auf) beim Reiten? Dann wird der Sperrriemen enger geschnallt.

      Das Pferd reißt den Kopf hoch?  Dann wird er mit „Hilfszügeln“ runter gebunden.

      Der Hund bellt und knurrt bei der Begegnung mit anderen Hunden? Dann wird er deutlich zusammengestaucht und ermahnt. „Nein, Aus, Lass‘ das“ und zusätzlich ein Ruck an der Leine.

      Etwas auf Knopfdruck öndern

      Der Fokus im konventionellen Tiertraining ist sehr oft nur auf das Symptom gerichtet. Einerseits ist das verständlich, denn der Leidensdruck der Menschen ist groß und der Erfolgsdruck der Trainer auch.

       

      Aber das Symptom ist nur ein Kommunikationsversuch deines Pferdes oder Hundes.

       

      Es hilft nichts, das Symptom abzustellen. Das wäre so, als wenn du den Feuermelder ausschaltest ohne das Feuer zu löschen.

      Das Pferd bockt, weil es etwas noch nicht versteht, weil es Angst hat oder weil ihm etwas weht tut. 

       

      Der Hund bellt und geht auf andere Hunde los. Das wirkt aggressiv, aber sehr oft ist das ebenfalls einfach Zeichen von Angst und Unsicherheit.

       

      So war es z.B. lange Zeit bei meiner Galga Koko. Es war ihr einfach unheimlich, wenn ein anderer Hund ihr frontal entgegenkam. Wenn es dann noch eng war und es keine Möglichkeit zum Ausweichen gab, hat sie die Flucht nach vorne angetreten und gebellt und geknurrt.

       

      Wenn die Kommunikationsversuche des Pferdes und des Hundes lange ins Leere laufen, dann werden sie lauter reden. D.h. die Verhaltensweisen werden verstärkt oder durch massivere ersetzt um endlich gehört zu werden.

       

      Das führt irgendwann zu Punkt 3.

       

       

      Kontroll-Mythos

       

      Die deutliche und manchmal massive Kommunikation des Tiers macht Menschen oft Angst. Sie fühlen sich hilflos, weil alle Maßnahmen zur Symptombekämpfung nichts nützen.

      Jetzt kommt oft der Wunsch, sich selbst und auch das Tier zu schützen vor diesen heftigen Reaktionen und Gefühlen.

       

      Auch das ist gut nachvollziehbar. Wer fühlt sich schon gerne hilflos und voller Angst?

      Kontrolle zeigen

      Aber ein anderes Wesen kontrollieren zu können ist eine Illusion.

       

      Du kannst kein anderes Lebewesen und auch nicht deine Umwelt zu 100% kontrollieren.

       

      Wahrscheinlich willst du das auch gar nicht wirklich, denn:

      Im Zusammenhang mit unseren Tieren hängt Kontrolle sehr oft mit bedingungsloser Unterdrückung des Tieres zusammen.

       

      Sie sollen sich so verhalten, wir es uns gefällt, wie es für uns bequem ist, wie es für unser Selbstbild und unsere Wirkung auf andere gut ist. Damit wir unsere Angst nicht mehr spüren. Damit wir nicht mehr mit unserer Hilflosigkeit konfrontiert werden.

       

      Durch Unterdrückung wird massiver Druck ausgeübt und was dann passiert: Druck erzeugt Gegendruck. Damit wird eine unglückliche Spirale in Gang gesetzt.

       

      Das alles widerspricht natürlich dem, was sich die meisten Reiter*innen und Hundebesitzer*innen wünschen:  eine wirklich tiefe und vertrauensvolle Beziehung mit ihrem Pferd und ihrem Hund.

       

      Was kannst du also tun, wenn du mehr willst als das Symptom abstellen und dabei gleichzeitig die Beziehung zu deinem Pferd und deinem Hund vertiefen willst?

       

       

       

      Richte deine Aufmerksamkeit auf dich selbst

       

      Du bist die Einzige, bei der du aktiv und zielgerichtet etwas verändern kannst.

       

      Nur durch eine Veränderung deines eigenen Verhaltens, und damit meine ich deine gesamte innere Haltung, also auch deine Gedanken und deine Gefühle, kreierst du eine Chance dafür, dass auch dein Tier sich verändert.

       

      Wenn du die Bedeutung von Signalen gemeinsam mit deinem Pferd abstimmst und dabei selbst innerlich klar bist, dann muss es nicht mehr buckeln, weil es versteht. Wenn du deinem Hund draußen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln kannst, weil du dich selbst sicher fühlst in der Situation, muss er nicht mehr bellen.

       

      ausgeklügelte Balance

      Glücklicherweise hilft dein Tier dir dabei, wie du selbst in einen guten inneren Zustand kommen kannst. Denn das Verhalten deines Pferdes und deines Hundes ist immer auch ein Spiegel für dich selbst.

       

      Du kannst darin wunderbar deine Art der Kommunikation erkennen. Dein Pferd und dein Hund spiegeln dein Verhalten und damit auch deine Gedanken und deine Gefühle.

       

      Wenn du ihnen zuhörst, wirst du schnell merken ob du dich in eine gute oder nicht so gute Richtung bewegst und kannst dein Verhalten nach und nach anpassen.

       

      Der erste Schritt auf diesem Weg ist es, herauszufinden, wie dein Pferd und dein Hund dich spiegeln und zu verstehen, was sie dir sagen.

       

      Genau dafür habe ich den SPIEGEL-TEST entwickelt:

       

      Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit der du strukturiert vorgehen und ganz klar verstehen kannst, was dein Tier dir sagen will.

      Du wirst dabei sicher neue Perspektiven in euer Mensch-Pferd oder Mensch-Hund-Beziehung entdecken.

       

      Ich wünsche dir dabei viel Freude!

       

      Schreib‘ mir gerne per Mail oder auf Instagram (@petra.graak), was du mit dem SPIEGEL-TEST herausgefunden hast.

      Dein Pferd und dein Hund sind dein bester Coach

      Dein Pferd und dein Hund sind dein bester Coach

      Mit deinem Pferd und deinem Hund hast du deinen Coach für Persönlichkeitsentwicklung immer an deiner Seite

       

       

      Es wäre wirklich extrem schade, wenn du das Feedback, das du an jedem Tag und in jedem Moment von deinem Tier bekommst, nicht nutzen würdest!

      Es sei denn, du sagst:  „Ich will so bleiben wie ich bin.“  Dann kannst deine Zeit natürlich besser nutzen, als weiterzulesen.

      Ich persönlich will das aber definitiv nicht. Wenn ich mir vorstelle, wieder die Petra mit 20 zu sein…hui…och nein. Auch nicht mehr die mit 30 oder mit 40. Altersmäßig natürlich schon ganz gerne, aber bitte nur mit den Erfahrungen von heute.  😉

      Nimm‘ dir hier ruhig mal eine Minute und stell dir vor, du wärst jetzt wieder genauso wie vor 10 oder 20 Jahren. Und an deinem Wissens- und Erfahrungsschatz würde sich auch nie etwas ändern. Wie fühlt sich das für dich an? Würdest du dich gerne sofort auf die Reise zurückbegeben?

      Aber um es klar zu machen, bevor ich tiefer einsteige: mir geht es NICHT um Selbstoptimierung. Das letzte Quäntchen Kraft aus dir rauszupressen, auch die letzte Sekunde des Tages vermeintlich sinnvoll zu nutzen und vielleicht sogar deinen Schlaf zu optimieren.

      Aus meinen Coachings weiß ich, dass genau diese Selbstoptimierung nicht glücklicher und zufriedener macht. Eher das Gegenteil.

      Ich meine mit persönlicher Entwicklung ein Herausschälen aus alten Hüllen und loslassen von allem, was nicht mehr wirklich zu dir passt. Je mehr du bei dir selbst ankommst, je mehr du deine wirklichen inneren Wünsche kennst und lebst, je mehr du spürst, dass du mit deinem Dasein einen Unterschied machst, desto öfter schlägt das Pendel in Richtung Zufriedenheits- und Glücksgefühle aus.

      Genau dabei können dir dein Pferd und dein Hund super helfen.

       

      Warum gerade dein Pferd und dein Hund die Experten für deine Persönlichkeit sind

      Zwei Pferde beobachten ihre Umgebung

      Tiere sind Meister der Beobachtung. Sie erkennen jede kleinste Veränderung deiner Körpersprache, sie spüren sofort, ob du mental anwesend bist, ob du entspannt oder gestresst bist, ob du sicher oder unsicher bist, ob du Angst hast oder gelassen bist.

      Sehr oft spüren sie das besser als wir selbst, weil wir mit unseren Gedanken meist mit so vielen verschiedenen Dingen beschäftigt sind oder weil wir einiges einfach als normal empfinden.

      Früher hatte ich mal einen Job im Management eines internationalen Unternehmens. Das hat mir Spaß gemacht, ich hatte spannende Projekte und nette Kollegen. Trotzdem kam ich abends oft extrem gestresst in den Stall. Vielfach habe ich das aber gar nicht bemerkt. Für mich war alles ganz normal.

      Das es nicht ganz so normal bzw. eben doch recht anstrengend war, habe ich oft erst durch meine damalige Stute Evita gemerkt. Wir kamen an so einem Tag überhaupt nicht auf einen Nenner, haben nicht gut kommuniziert und im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass das besonders an Tagen vorkam, die sehr stressig waren.

      Neben der ihnen angeborenen Fähigkeit zur feinen Wahrnehmung ist ein weiterer Punkt, dass dein Tier sich in der Regel mehr für dich interessiert und sich mehr auf dich konzentriert als jeder andere Mensch auf dieser Erde.

      Dein Hund ist wahrscheinlich ganz viele Stunden am Tag mit dir zusammen und auch wenn du dich auf etwas anderes konzentrierst, hat er mit Sicherheit einen Teil seiner Aufmerksamkeit bei dir.

       Mit dem Pferd sind die meisten von uns nicht so lange zusammen, aber als Fluchttiere haben sie sehr feine Antennen für alles, was um sie herum passiert. Außerdem stellen wir an unsere Pferde in der Zeit, die wir mit ihnen verbringen, recht viele Anforderungen, so dass sie auch über ihre natürliche Veranlagung hinaus lernen, uns extrem genau zu beobachten.

      Dieser Punkt ist leider gar nicht so gut, weshalb ich persönlich es wichtig finde, viele gemeinsame Pausen einzubauen und die Lerneinheiten nicht so lang zu gestalten.

      Dein Pferd und dein Hund erkennen auch die Grundenergie, mit der du gerade unterwegs bist. Mehr dazu kannst du in meinem Blog-Artikel „Die 4 Energie-Ebenen der Kommunikation mit deinem Tier“ lesen.

      Außerdem haben sie ein extrem gutes Gespür für deine Schwachstellen. Bestimmt kann auch dein Tier ganz einfach deine „roten Knöpfe“ betätigen? Oft finden sie dabei auch Punkte, die für uns bisher sogenannte „Blinde Flecken“ sind, die wir selbst noch gar nicht bewusst bemerkt haben.

       

      Wie du das Feedback von deinem Pferd und deinem Hund für deine persönliche Entwicklung nutzen kannst und dabei gleichzeitig auch noch eure Beziehung stärkst

       

      Das Feedback deines Tieres kann zu einer echten WIN-WIN-SITUATION für euch beide werden. Du erfährst mehr über dich, hast die Chance, dich zu entwickeln und bringst deine gestärkte Persönlichkeit wieder in eure Beziehung ein.

      Je zufriedener, glücklicher, gelassener, sicherer oder was auch immer für dich gerade wichtig ist du bist, desto angenehmer ist das Zusammensein mit dir auch für dein Pferd und deinen Hund. Und genau das ist es doch, was 99,9% aller Pferde- und Hundebesitzerinnen wollen: ein richtig toller Mensch für ihr Tier zu sein.

      Die wichtigste Voraussetzung, damit du das Feedback deines Tiers nutzen kannst ist, es erst mal wahrzunehmen.

      Eine hilfreiche Einstellung dafür ist:

       

      Das Feedback von deinem Pferd und deinem Hund ist nie gegen dich gerichtet.
      KEIN TIER MACHT ETWAS NUR UM DICH ZU ÄRGERN!

      Mit dieser Einstellung kannst du alles, was du wahrnimmst, erst mal ganz gelassen so stehen lassen. Stell‘ dir vor, du bist eine Wissenschaftlerin und erhebst erst mal Daten. Alles was du beobachtest ist einfach super interessant. Nichts davon wird bewertet.

      Dein Hund zieht immer wieder an der Leine? Interessant! Dein Pferd zeigt an der Longe die tollsten Sprünge? Interessant! Dein Hund bellt manche Hunde an, manche aber nicht? Aha! Spannend! Dein Pferd will bei dir nicht angaloppieren? Spannend!

      Frau schreibt in Notizbuch

      Oft verändert sich alleine durch diesen Blickwinkel schon viel. Diese Einstellung kann gut dabei helfen, nicht jedes Verhalten sofort zu bewerten. Und genau das ist für eine Persönlichkeitsentwicklung die Spaß macht, extrem wichtig.

      Bitte habe diese positive Haltung auch dir selbst gegenüber! Das ist für die meisten meiner Coachees viel schwerer als gegenüber ihrem Tier.

      Aber für dich gilt das Gleiche wir für dein Tier. Auch wenn dein Pferd oder dein Hund dein Verhalten und deine innere Haltung spiegeln:

      Auch du machst das nicht, um dein Tier zu ärgern!

      Sehr oft wissen wir es einfach nicht besser oder ein Verhalten war zu einem bestimmten Zeitpunkt nützlich für uns, ist es aber in der konkreten Situation nicht mehr.Also mach‘ es bitte auch bei dir so: nicht bewerten, nur beobachten.

      Das sage ich so ausdrücklich, weil das mit der Bewertung meistens im Bruchteil einer Sekunde geht. Wir können kaum anders, als etwas zu bewerten und einzuordnen. Daher  ist es eine gute Übung, immer wieder mit dem neutralen Blick der Forscherin ganz bewusst die eigene Wahrnehmung zu trainieren.

      Durch das Feedback deines Pferdes und deines Hundes kannst du dir also viele Seminartage sparen. Wobei du dich natürlich speziell mit einem Pferd sowieso schon im Bereich des Hochpreis-Coachings bewegst.  😉

      Warum eine gute Intuition dir dabei hilft, die Verbindung mit deinem Pferd und deinem Hund zu stärken

      Warum eine gute Intuition dir dabei hilft, die Verbindung mit deinem Pferd und deinem Hund zu stärken

      Eine gute Intuition führt dich wie von selbst hin zu einer vertrauensvollen Verbindung mit deinem Pferd und deinem Hund.

       

      Stell‘ dir vor, du hast ein Date und als Vorbereitung hast du eine Checkliste auswendig gelernt.
      „Wenn er X sagt, sage ich Y; wenn sie Z sagt, dann antworte ich mit D.“
      Das wird bestimmt ein abwechslungsreicher und interessanter Abend…

       

      Selbst jemand, der in vielen Situationen analytisch vorgeht, würde wahrscheinlich nicht sagen: „Ich bin ein totaler Kopfmensch, deshalb brauche ich unbedingt eine Checkliste für die Verabredung.“

      Warum ist es dann im Kontakt mit Tieren oft anders?

       

      Der Reitunterricht und die Übungen in der Hundeschule sind vielfach sehr technisch und schematisch aufgebaut.

      Hier bezieht man sich auf ein ganz bestimmtes Vorgehen in bestimmten Situationen, auf festgelegte Methoden, über die ganze Trainingsrichtungen definiert werden. Aber das passt eben nicht immer zu dir und deinem Pferd und deinem Hund.

       

      Menschen erzählen mir oft, dass ihnen im Reitunterricht oder in der Hundeschule „ETWAS fehlt“. Oft können sie dieses ETWAS gar nicht konkret benennen. Eigentlich mögen sie ihre Trainer*in, aber trotz aller Mühe von beiden Seiten, kommen sie nicht wirklich weiter.

      Oder sie machen Fortschritte, aber sie spüren, dass sie dabei keine wirkliche Verbindung mit ihrem Pferd und ihrem Hund aufbauen. Das was sie tun, bleibt in gewisser Weise mechanisch und ohne Herz.

       

      EIN GROßER ANTEIL JEDER AUSBILDUNG

      UND JEDEN UNTERRICHTS SOLLTE

      MEINER MEINUNG NACH

      DAS HINSPÜREN SEIN.

      Ein Symbol für Gefühl
      • .Welchen Sinn macht es, Lektionen zu reiten, wenn man das Pferd gar nicht fühlt?

       

      • Welchen Sinn macht es, dass der Hund sich millimetergenau neben den Menschen setzt, wenn der Mensch nicht spürt, dass sein Hund auf der Hundewiese keinen Spaß, sondern Angst hat?

       

      Meiner Meinung nach werden viele Menschen im konventionellen Reitunterricht oder in der Hundeschule regelrecht von ihrer Intuition getrennt.

       

      Dabei kann gerade das Zusammenleben mit einem Pferd oder Hund dabei helfen, die eigene Intuition wieder zu stärken.

       

      Und das sollte in jeder Stunde ein wichtiger Bestandteil sein. Zum Wohl des Menschen und zum Wohl des Pferdes und des Hundes.

       

      Warum hast du ein Pferd oder einen Hund?

       

      Die meisten Menschen die zu mir kommen sagen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Sie möchten mit ihrem Pferd entspannt reiten und mit ihrem Hund entspannt spazieren gehen. Fast immer kommt auch der Satz: „Ich wünsche mir eine Beziehung voller gegenseitigem Vertrauen.“

       

      Eine wirklich vertrauensvolle Beziehung wird aber niemals aus Technik und Konditionierung erwachsen.

       

      Eine vertrauensvolle Beziehung entsteht aus guter Kommunikation. Vertrauen entsteht durch ein in Resonanz gehen. Du willst spüren, was euch jetzt guttun würde. Du willst spüren, ob eine Übung gut für dein Pferd oder deinen Hund ist. Und das ist auch möglich.

      Aus meinen Coachings weiß ich, dass jeder Mensch die Fähigkeit dazu hat, seine Intuition zu stärken und sich von ihr leiten zu lassen.

      Gerade diese gute Intuition trägt dazu bei, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.

      Die Entscheidungen, die für dich ganz persönlich und für dein Pferd und deinen Hund die stimmigen sind.

      Zielscheibe als Sinnbild für Zielorientierung

      Deshalb möchte ich dir Mut machen, genau hinzuhören und hinzufühlen. Oft macht die Intuition sich nämlich nur sehr leise und zaghaft bemerkbar.

      Vielleicht hast du ein vages Gefühl, das ETWAS nicht stimmt, das kann ein bestimmtes Vorgehen im Training sein, ein Feedback, dass du von deinem Tier bekommst oder auch wenn du noch gar nicht genau benennen kannst, was dieses ETWAS ist.

      Auch wenn es noch nicht so richtig deutlich ist, trau‘ dich trotzdem, auf deine Intuition zu hören und diese Stimme wahrzunehmen.

       

      Denn je öfter du dieses Gefühl wahrnimmst und versuchst herauszufinden, was sich da gerade bemerkbar machen will, desto mehr stärkst du deine Intuition.

       

      Dabei ist es ganz egal, wie leise diese Stimme oder Wahrnehmung am Anfang noch ist. Du kannst deine Intuition trainieren wie jede andere Fähigkeit auch.

       

       

      Was ist Intuition überhaupt?

       

      Intuition bedeutet, in einer Situation eine unmittelbare Gewissheit zu haben, die nicht aus dem logischem Denken kommt. Es kann Erfahrungswissen sein, aber oft geht eine gute Intuition weit über selbst gemachte Erfahrungen hinaus.

       

      Im Zusammenhang mit deinem Pferd oder Hund kann dein Bauchgefühl sich z.B. darauf beziehen, dass du weißt:

      • Was genau dein Pferd oder dein Hund in diesem Moment sagen will.
      • Was genau dein Pferd oder dein Hund in diesem Moment fühlt.
      • Wie genau du dich in diesem Moment am besten Verhalten sollst.
      • Ob Trainer A oder Trainer B euch am besten unterstützen kann.
      • Heute nicht ums Feld, sondern durch den Wald zu reiten.

       

      Während du beim bewussten Nachdenken und Analysieren praktisch eine Taschenlampe auf das Thema hältst, nimmst du mit deiner Intuition auf einer ganzheitlichen Ebene wahr. Die Erkenntnisse durch deine Intuition können oft ganz andere sein als die durch logisches Denken.

       

       

      Wie erkennst du Intuition?

       

      Manchmal ist das erste Anzeichen dafür, dass deine Intuition sich meldet, im tatsächlichen Wortsinn ein schlechtes Bauchgefühl. Es kann ein flaues Gefühl im Magen sein, es kann aber auch sein, dass du richtige Magenschmerzen bekommst. Es kann ein Gefühl der Enge auf der Brust sein, ein Kloß im Hals, Rückenschmerzen, die plötzlich wieder da sind…

       

      Dein Körper ist ein sehr guter Seismograph dafür, ob du in eine für dich stimmige Richtung gehst.

      Grenzen deines Tieres respektieren; Tierkommunikation

      Daher ist mein erster Tipp: 

      fühle immer mal wieder bewusst in deinen Körper hinein. Am besten machst du das einfach zwischendurch am Tag in verschiedenen Situationen. So bekommst du eine immer bessere Wahrnehmung dafür, wie sich die unterschiedlichen Gefühle bei dir körperlich zeigen.

      Wenn du das regelmäßig machst, dann kannst du auch immer besser unterscheiden, ob etwas nicht stimmig ist oder ob es einfach nur NEU ist.

       Wie kannst du deine Intuition trainieren?

       

      Wenn du deine Intuition gezielt stärken willst, dann auch über die oben beschrieben viele weitere Möglichkeiten:

       

      2. Bewusst wahrnehmen

      Sowohl dich selbst, was du denkst, fühlst, siehst, hörst als auch dein Pferd und deinen Hund. Dafür brauchst du Offenheit, Entspanntheit, Gelassenheit. Das Wichtigste und auch Schwierigste hierbei ist, nicht sofort zu werten, zu be-werten und zu interpretieren.

       

      3. Im Hier-und-Jetzt-sein

      Schaffe dir bewusste Übergänge zwischen deinen unterschiedlichen Lebensaufgaben. So kannst du im Stall wirklich im Stall sein, an der Arbeit wirklich an der Arbeit, bei der Hunderunde ganz bei dir und deinem Hund und beim Essen ganz mit deiner Familie.

       

      4. Gelassenheit und Entspanntheit trainieren

      Deine Intuition kann sich nur melden, wenn sie neben allem anderen auch von dir wahrgenommen werden kann. Je weniger gestresst, genervt, angespannt und unter Druck du dich fühlst, desto mehr bekommst du mit, was deine wahren Wünsche und Bedürfnisse von dir und deinem Pferd und deinem Hund sind.

      Ich selbst nutze für mich und meine Coachees gerne die EFT Klofpakupressur. Du kannst natürlich auch Atemübungen, Yoga, Meditation, Dankbarkeitsübungen oder Tagebuch schreiben nehmen.

       

      5. Vertraue deiner Intuition

      Je öfter du deinem Bauchgefühl Raum gibst, desto öfter wirst du die Erfahrung machen, dass es dich sehr gut unterstützt und führt. Und auch wenn du im Nachhinein mal feststellst, dass du daneben lagst, trainierst du auch damit langfristig wieder die Genauigkeit deiner Intuition.

       

      Lass‘ dir deine Gefühle auf keinen Fall von irgendwem ausreden.

       

      Wenn ein Trainer meint, er weiß besser was gut für dich und für dein Pferd und deinen Hund ist, das aber nicht zu deinem Bauchgefühl passt, dann rede mit ihr oder ihm.

       

      Du bist die Expertin für dein Pferd und deinen Hund. Deine Intuition wird dich dabei auf einen guten Weg führen, wenn du sie lässt und stärkst.

      Wie dein Tier dir dabei helfen kann, eigene Grenzen zu überschreiten

      Wie dein Tier dir dabei helfen kann, eigene Grenzen zu überschreiten

      „Die einzige Grenze die existiert, ist die in deinem Kopf“

       

      Der Satz kann beflügeln und dazu ermutigen, „Out-of-the-Box“ zu denken. Sich endlich zu trauen, den nächsten Schritt zu gehen.

      Gleichzeitig kann dieser Satz für jemanden bedeuten, dass Grenzen etwas schlechtes sind. Aber so eindeutig ist das nicht.

      Grenzen können negativ UND positiv sein.

       

      Sie können dich klein halten UND sie können dir helfen zu wachsen. Manchmal ist es die Herausforderung, eine Grenze zu überschreiten und manchmal ist es die Herausforderung, eine Grenze zu setzen.

       

      „Der will dich dominieren.“ „Das darfst du dir nicht bieten lassen.“ „Du musst in der Lage sein, jeden ihrer Schritte zu kontrollieren.“

      „Ich arbeite komplett ohne Druck.“ „Ich arbeite nur mit positiver Verstärkung.“ „Mit jedem NEIN verunsicherst du dein Tier.“

       

      2 extreme Positionen in der Trainerwelt und überhaupt im Umgang mit Tieren. Beides existiert und ist weit verbreitet. Besonders in Social Media habe ich oft den Eindruck, als ob die unzähligen Varianten zwischen diesen Polen so leise sind, dass sie gar nicht wahrgenommen werden.

      Meiner Meinung nach fördern beide Haltungen in ihren Extremen wiederum nur das Zementieren von Grenzen. Beide Haltungen schränken dich und dein Tier in euren Möglichkeiten ein.

       

      Natürlich geben sie auch Sicherheit. Aber wenn du die Grenzen einfach von anderen übernimmst und dich einem System und einer bestimmten Methode unterordnest, verlierst du leicht den Kontakt zu dir zu und deinem Tier.

       

      Daher finde ich es wichtig immer wieder zu hinterfragen:

      • Fühle ich mich mit diesen Grenzen wohl?
      • Sind sie zu eng?
      • Sind sie zu weit?
      • Was würde es bedeuten, wenn ich sie verschieben könnte?
      • Fühlt sich die Grenze nur so angenehm an, weil sie mich in meiner Komfort-Zone hält?

      Diese und ähnliche Fragen kannst du auch für dein Tier stellen. In meinen Coachings fange ich allerdings immer mit dem Menschen an und nicht mit dem Tier.

      Die Menschen kommen zwar meistens zu mir, weil sie etwas an ihrem Tier verändern wollen, aber eins ist klar:

       

      Du kannst kein anderes Lebewesen verändern.

       

      Jedenfalls nicht, wenn du kein totalitäres System aufbauen willst. Ich möchte das nicht. Ich möchte auch kein Tier, dem die Freiwilligkeit, das eigene Denken und die Äußerung einer eigenen Meinung verboten oder wegkonditioniert wurde.

       

      Eine gute Beziehung basiert für mich auf einer offenen Kommunikation. Eine Kommunikation, in der Mensch und Tier ihre eigene Meinung äußern dürfen.

       

      Erst durch diesen Austausch formt sich die Beziehung. Das Setzen, das Akzeptieren und auch das Verschieben von Grenzen helfen euch dabei, eure Beziehung zu gestalten und zu entwickeln.

       

      Dabei ist das Setzen und Auflösen von Grenzen nichts statisches, sondern ein Kommunikationsprozess, der immer in Bewegung ist.

       

      Wie sieht das in der Praxis aus?

      Riesiger Hund links und kleiner Hund rechts - Tierkommunikation

      Egal ob dein Pferd mit dir im Galopp vom Platz rast, du dich nicht traust auszureiten oder dein Hund aggressiv auf andere Hunde reagiert.

      Es macht immer Sinn, die Situation aus dem Blickwinkel zu betrachten, wie du selbst die Rahmenbedingungen so gestalten kannst, dass du für dein Tier eine neue Tür öffnest. Zu den Rahmenbedingungen zählen für mich auch deine Gedanken, Gefühle und deine innere Einstellung.

       

      Im Gespräch fallen dann schnell Sätze wie: „So bin ich halt.“ „Das geht mit meinem Tier nicht.“ „Das habe ich schon alles versucht.“

       

      Bestimmt kennst du solche Gedanken. Das sind typische Beispiel für selbst gesetzte Grenzen. Die gilt es im ersten Schritt zu entdecken, bevor du sie überhaupt verändern kannst.

       

      Oft fallen uns diese Gedanken gar nicht mehr auf. Wir halten sie für die Wahrheit. Die Grenzen erscheinen uns festzementiert. Das sind die klassischen Glaubenssätze.

       

      Damit begrenzt du dich nicht nur selbst, sondern es ist auch eine schöne Ausrede, gar nicht erst ins Tun zu kommen.

      Ich kenne Menschen, die jahrelang nie mit ihrem Pferd eine Runde im Wald gedreht haben. „Das geht mit meinem Pferd nicht.“ Dahinter steht aber immer – der oft im Unterbewusstsein versteckte – Gedanke: „Das traue ich mir nicht zu.“ Oder „Ich bin zu faul, daran zu arbeiten.“

       

      Letzteres ist natürlich nicht so schmeichelhaft.  Aber wenn du etwas verändern möchtest, dann ist es wichtig, dem was ist, glasklar ins Auge zu schauen. Ohne zu bewerten und ohne dich selber runter zu machen und dich abzuwerten. Du machst es mit Sicherheit nicht, um dich oder dein Tier zu ärgern, sondern weil du bisher einfach nicht anders handeln konntest.

       

      Was ist das ist. Aber das heißt überhaupt nicht, dass es so bleiben muss. Und das ist das Gute daran.

       

       

       

      Eine Veränderung bedeutet, eine Grenze im Kopf zu verschieben.

      Eine Veränderung bedeutet, deine Sichtweise auf etwas zu verändern, das Thema anders wahrzunehmen und neue Gefühle entstehen zu lassen.

      Das ist keine kognitive Aktion, sondern etwas, das sich entwickelt. Daher ermutige ich meine Coachees immer, sich selbst und ihren Tieren Zeit zu lassen. Wir wünschen uns so oft, einfach den Schalter umzulegen. Aber meistens ist es ein organisches Wachsen und sich entfalten.

      Eine persönliche Grenze zu verschieben und zu überschreiten bedeutet, neue Gefühle und Gedanken zuzulassen. Das Bild, das du von dir, von deinem Tier und der Welt hast, zu hinterfragen. Das kann extrem spannend und energiegebend sein, aber manchmal auch beängstigend und verunsichernd.

       

      Zielscheibe als Sinnbild für Zielorientierung

      Das Überschreiten einer persönlichen Grenze kann auch bedeuten, dass du im Außen eine Grenze setzt. Ein deutliches und klares NEIN! Kann sehr viel Sicherheit geben.

       

      Die Grenzen deines Tieres akzeptieren

      Grenzen deines Tieres respektieren; Tierkommunikation

      So wie jeder Mensch hat auch jedes Tier seine individuelle Grenze. Die kann sowohl physisch als auch psychisch sein.

      Aus meiner Galga Koko wird wahrscheinlich keine Deutsche Agility Meisterin. Meine Trakehner Stute Smilla wollte lange Jahre nicht im Gesicht gestreichelt werden.

       

      Ich finde es wichtig, dass du auch deinem Tier erlaubst, seine Grenzen klar zu kommunizieren. Auch hier gelten für mich die Phasen: I. Wahrnehmen  II. Annehmen  III. Blockaden auflösen IV. Grenzen erweitern. Aber bitte die Phasen III und IV nur, wenn auch dein Tier dazu bereit ist.

       

      Oft ist es für Menschen schwer, die Grenzen des eigenen Tieres nicht durch die emotional gefärbte Brille zu sehen. Die Grenze besagt weder, dass dein Tier dich nicht mag noch, dass es die Herrschaft über dich oder die ganze Welt übernehmen will.

      Dein Tier hat eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, die es mit in eure Beziehung bringt. Gleichzeitig spiegelt und beeinflusst ihr euch wechselseitig.

      Also ein kompliziertes Beziehungsgeflecht, bei dem es oft nicht mehr möglich ist, die Ursache zu ermitteln. Das ist auch nicht unbedingt nötig, denn durch eine Veränderung bei dir kannst du bereits eure gesamte Beziehung verändern.

      Eine konkrete Übung kannst du z.B. beim gemeinsamen Gehen mit deinem Tier machen: Wo liegt deine eigene Grenze bezüglich Nähe und Distanz? Ist das bei deinem Tier ähnlich oder hat es eine andere Grenze? Ist dein Tier dir zu nah, dann darfst du das natürlich klar kommunizieren. Und genauso darfst du die Grenze, die dein Tier setzt, akzeptieren. Im Prinzip so, wie du das auch bei einem Menschen machen würdest.

      Wie hältst du es mit Grenzen in Bezug auf die Menschen, denen du begegnest? Sind sie ähnlich nah oder ähnlich weit wie bei deinem Tier? Oder ist es genau entgegengesetzt? Fällt es dir bei deinem Pferd schwer, deine Wohlfühl-Distanz einzufordern? Fällt es dir schwer, deinen Hund von deinem Lieblingsplatz auf dem Sofa wegzuschieben? 

      Wo in deinem Leben würdest du gerne eine Grenze setzen, tust es aber nicht?  Wo in deinem Leben hättest du gerne den Mut, die gesetzten Grenzen zu öffnen?

       

      Jetzt macht es wieder Sinn.

       

      „Die einzige Grenze die existiert, ist die in deinem Kopf.“

      Fräulein Smilla  –  meine schopflose Trakehnerin   (10.3.2004 – 22.1.2021)

      Fräulein Smilla – meine schopflose Trakehnerin (10.3.2004 – 22.1.2021)

      Der Blog-Artikel, den ich lieber erst in 15 Jahren geschrieben hätte

       

      Das leise Schnauben, wenn du mich gesehen hast. Es hat richtig lang gedauert, bis ich es kapiert habe. Du meinst mich damit.  Du sagst auf deine ruhige und unaufgeregte Art „Hallo, schön dass du da bist.“ Du hast immer leise geschnaubt, wenn du mich gesehen hast: in der Box, auf dem Paddock und sogar auf der Weide.

       

      Manches habe ich erst im Nachhinein bemerkt. Z.B., dass ich mir mit dir zum 2.ten Mal ein Pferd ohne Schopf ausgesucht habe. Oder dass du so introvertiert bist, dass ich lange das Gefühl hatte, du willst gar nichts mit mir zu tun haben. Heute könnte ich das viel besser lesen. Aber das habe ich erst in der Zeit mit dir gelernt.

       

      In diesen fast 11 Jahren habe ich unendlich viel über Pferde, Pferdeausbildung, Reiten, Menschen und über mich gelernt. Du warst dafür meine Motivation, mein Coach, meine gnadenlos ehrliche Feedback-Geberin, mein glasklarer Spiegel. Und darüber hinaus warst du eine Freundin, eine Begleiterin durchs Leben, eine vertraute Gefährtin. In diesen fast 11 Jahren habe ich nur ganz wenige Wochen ohne dich verbracht.

       

      In Trance

       

      Ich habe lange damit gehadert, ob ich dich wirklich richtig ausgesucht habe und ob wir wirklich zueinander passen. Von meiner vorherigen Stute Evita war ich theatralisches, extrovertiertes und lautes Verhalten gewöhnt. Du dagegen warst so introvertiert, dass ich lange das Gefühl hatte, am liebsten wärst du ganz ohne Menschen und auch ohne mich.

      Wenn ich dich auf der Stallgasse geputzt habe, dann hast du dich in deine eigene Welt zurückgezogen. Für viele sah es so aus, als ob du müde wärst und dösen würdest. Die Krönung war, als ein Tierarzt, der gerade ein Pferd sediert hatte mich gefragt hat, ob du auch sediert bist. 

      Heute verstehe ich, dass es dir einfach zu viel war und du dich aus Unsicherheit in dich zurückgezogen hast. Andere Pferde hätten vielleicht nicht stillstehen können oder hätten geschnappt. Als Mensch hätte man dich wahrscheinlich als hochsensibel bezeichnet. Aber ich glaube, der Begriff war damals noch gar nicht bekannt.

      Die 4 Energie-Ebenen der Kommunikation

      No Way

       

      Beim Reiten hatte ich zu Anfang das Gefühl, ich sitze auf einem Pulverfass. Auch hier wirktest du nach außen ruhig, warst aber innerlich und in jeder Faser deines Körpers total angespannt. Bei einer Freundin, die dich mitreiten wollte, hast du wie wild gebockt, als sie deine Angst ignoriert hat. Damals war ich noch eine unsichere und vor allem ungeübte Reiterin – also eine super Kombination.

      Aber trotzdem war ich mir sicher, dass ich nicht den konventionellen Weg mit Hilfszügeln, Beritt etc. gehen will. Ich wollte selbst lernen und vor allem mit dir gemeinsam einen Weg finden, der uns beiden Freude macht.

       

       

      Neue Wege

      Riesiger Hund links und kleiner Hund rechts - Tierkommunikation

      Glücklicherweise bin ich auch ziemlich stur und weiß, was ich will. Ich habe also alle Hilfsangebote ausgeschlagen und entschieden, es erst mal alleine mit dir zu versuchen. Vom Boden aus. O-Ton: „Und wenn ich erst in 5 Jahren wieder reite, dann ist das eben so.“ „Und wenn ich nie wieder reite, dann ist das auch so. Dann habe ich eben ein Bodenarbeitspferd.“

      Nach 4 Wochen Selbststudium und Rumprobieren hatten wir schon eine so gute Beziehung, dass ich wieder aufgestiegen bin. Aber die Liebe zur Bodenarbeit und besonders zur Freiarbeit ist uns beiden immer geblieben. Mehr als 3-4 Mal die Woche Reiten fandst du eh‘ nicht gut.

       

       

      Grenzen überwinden

       

      Wir waren dann erst mal ein paar Jahre lang vorwiegend auf dem Horsemanship-Weg unterwegs. Neben allen anderen Learnings in dieser Zeit ist mir vor allem eins deutlich geworden: ich kann dir nur da in deiner Entwicklung weiterhelfen, wo ich mich auch selbst weiterentwickle. Dabei meine ich nicht das natürlich auch nötige Wissen über Pferde und Ausbildungs- und Lernprinzipien. Die nützen nichts, wenn man selbst in seiner inneren Entwicklung steckenbleibt.

       

      Für dich war ich bereit, auch da dran zu bleiben, wo es innerlich weh getan hat, wo ich Rückschläge erlitten habe, wo ich Gegenwind bekommen habe oder einfach nicht weiterwusste. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich mit dir Freiarbeit gemacht und ein Feedback bekommen habe, das sehr direkt eine eigene innere Grenze aufgezeigt hat. Ein Thema, das ich selbst nicht sehen konnte und auch nicht sehen wollte.

       

      Da habe ich so geheult, weil ich mir ganz sicher war, dass ich diese Grenze niemals auch nur einen Millimeter weiter verschieben kann. Und doch wusste ich schon am nächsten Morgen, dass Aufgeben einfach keine Option ist. Weil ich an dir immer sehen konnte, wir gut es für dich ist, wenn ich meine eigene innere Grenze überschreite. Dann konntest du das über kurz oder lang auch.

       

       

      Vom schüchternen Mäuschen zur Leitstute

       

      Scheinbar bin ich Schritt für Schritt gut in Vorleistung gegangen. Wer hätte gedacht, dass aus der schüchternen und introvertierten Stute, die sich in der ersten Weidesaison hinter den anderen Pferden versteckt und vorsichtig über deren Kopf gelugt hat, mal die souveräne und durchsetzungsfähige Leitstute wird.

       

      Auch im Kontakt mit Menschen warst du in den letzten Jahren sicher, aufgeschlossen und zugewandt. Anstatt dich in dich selbst zurückzuziehen, hast du aufmerksam alles beobachtet und aktiv Streicheleinheiten oder Leckerchen eingefordert. Darüber habe ich mich jeden Tag immer wieder neu gefreut.

       

      Auch in der Freiarbeit wurdest du immer selbstsicherer und spielerischer. Früher bist du schon mal aus dem Longierzirkel gesprungen, wenn es dir zu viel Druck war oder du etwas nicht verstanden hattest. Später hast du genau daraus ein Spiel gemacht: du bist in der Freiarbeit plötzlich im Galopp weggesaust bis ans andere Ende der Halle, dann hast du dich mit hoch erhobenem Kopf umgedreht, mich mit blitzenden Augen angesehen und bist dann im Galopp wieder zu mir zurückgekommen. Als Show-Act wären wir damit natürlich nicht groß rausgekommen. Aber ich fand‘s super und habe mich jedes Mal kaputtgelacht.

       

       

       

      Doch noch Reiten

      Nachdem wir lange auf alternativen Wegen unterwegs waren und ich durch zügelloses Reiten meinen Sitz deutlich verbessern konnte und du genügend Sicherheit gewonnen hattest, wurde mir irgendwann klar, dass nun mehr Gymnastik gut wäre. Also haben wir mit viel Freude Handarbeit, Seitengänge (die ich zu Hause zum besseren Verständnis auf allen vieren ohne dich geübt habe) und vor allem Basisarbeit, Basisarbeit, Basisarbeit und Basisarbeit gemacht.

      Durch dich habe ich gelernt, zu fühlen , ob der Rücken sich auch wirklich bewegt. Hier warst du eine trickreiche Lehrmeisterin, denn du konntest einem auch mit festgehaltenem Rücken ein gutes Gefühl geben. Ich musste schon extrem aufmerksam sein und gut hin spüren. Ich habe auch gelernt, zu sehen, ob ein Pferd wirklich seinen ganzen Körper einsetzt und seine Muskulatur benutzt oder nur über die Knochen trägt. Ja, auch das konntest du, wenn du deine Muskeln nicht anstrengen wolltest.

      Zielscheibe als Sinnbild für Zielorientierung

       Und ich habe auf dich gehört, wenn du mal nicht geritten werden wolltest. Das hast du deutlich zum Ausdruck gebracht. Und auch wenn manche über mich geschmunzelt oder den Kopf geschüttelt haben, fand ich es wichtig, dir zuzuhören und deine Meinung ernst zu nehmen. Vielleicht hattest du auch mal Kopfschmerzen, hast schlecht gelegen und etwas hat dir weh getan oder dir ging es einfach mal nicht so gut. Am nächsten Tag war jedenfalls immer alles wieder ok.

       

       

      Das Fräulein Smilla

       

      Manchmal habe ich dich beneidet. Du machtest auf mich in den ganzen letzten Jahren den Eindruck, dass du wirklich jeden Tag rundum mit dir selbst und dem Leben zufrieden bist. Du hattest über Jahre hinweg deine stabile und geliebte kleine Herde, du hast dich in deiner Paddock-Box sehr wohl gefühlt und du musstest nichts machen, was du wirklich ätzend fandst.

       

      Das einzige verbliebene Schreckgespenst in deinem Leben waren Plastikplanen. Außer ich hatte sie in der Hand, dann war es ok. Aber trotz wirklich vielem Üben hast du ihnen nie getraut, wenn sie irgendwo rumgeflattert sind.

       

      Eine andere große Hürde hast du dagegen überwunden, obwohl wir nicht daran gearbeitet haben. Du mochtest dich nie im Gesicht streicheln lassen. Aber in den letzten 1,5 Jahren hat sich das verändert. Bei mir hast du es richtig genossen und auch anderen Menschen hast du das immer öfter angeboten.

       

       

      Der Weg darf sich unter meine Füße legen

       

       

      Frau mit Pferd und Hund gehen einträchtig zusammen

      In den letzten Jahren habe ich an ganz vielen Tagen daran gedacht, welches Geschenk es ist, mit einem so tollen Pferd in einer so vertrauten Verbindung meine Zeit verbringen zu dürfen. Jetzt bin ich glücklich darüber, dass ich es so bewusst genossen habe.

       

      Ich hätte gedacht, dass wir noch ganz viele gemeinsame Jahre haben. Aber das sollte nicht sein. Gerade zum Jahresanfang habe ich darüber geschrieben, warum ich mir mit meinen Tieren keine Ziele setze, sondern dem Weg vertraue. Da habe ich nicht gedacht, dass der Artikel so passend ist in diesem Jahr.

       

      Durch dich habe ich gelernt, dass sich jede innere Grenze verschieben lässt, auch wenn man noch nicht weiß, wie genau das gehen kann. Und auch wenn ich mein schopfloses Trakehnermödchen gerne noch viel länger an meiner Seite gehabt und das leise Begrüßungsschnauben gehört hätte: ich vertraue darauf, dass alles so ist, wie es sein soll und dass der Weg sich unter meine Füße legt, während ich ihn gehe.

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