Kommunizierst du schon auf allen vier Energieebenen?

 

 

600 kg und 60 kg stehen sich gegenüber. Sie schauen sich in die Augen. Die Frau wird zunehmend verzweifelter. Das Pferd steht wie ein Fels in der Brandung! Da hilft kein Hüpfen, kein Schreien, kein auf das Pferd zu rennen, kein Gertenschlagen, kein „so tun als ob“… Das Pferd steht! Je höher die physische Energie der Frau wird, desto fester scheint das Pferd zu stehen. Eins ist klar: mehr vom Selben hilft hier nicht weiter.

 

Diese Situation habe ich in vielen Varianten immer wieder erlebt.

 

Gerade bei Tieren denken viele oft zuerst an die physische Energie, z.B. wenn ein Pferd kraftvoll galoppiert oder der Hund über den Strand saust. Und genau diese Konzentration auf die physische Ebene ist eine der größten Begrenzungen.

 

WENN MENSCHEN VORWIEGEND ÜBER PHYSISCHE ENERGIE MIT IHREN TIEREN KOMMUNIZIEREN, BEGRENZEN SIE SICH EXTREM STARK IN IHREN MÖGLICHKEITEN.

 

 

Tiere kommunizieren nicht nur über physische Energie. Sie sind meist wesentlich feinfühliger als Menschen und nehmen sehr viel von dem wahr, was nicht auf den ersten Blick zu sehen ist.

 

Tier nehmen auch deine mentale, emotionale und spirituelle Energie wahr und kommunizieren mit dir auf all diesen Ebenen. Wenn Menschen versuchen, ausschließlich über die physische und mentale Ebene zu kommunizieren, dann „reden“ Mensch und Tier oft komplett aneinander vorbei.

 

Meine frühere Hündin Elli ist ein gutes Beispiel dafür: sie hat nur knappe 8 Kilo gewogen, aber wenn meine Eltern zu Besuch waren und mein Vater abends die letzte Gassi-Runde mit ihr drehen wollte, kam er manchmal nach 2 Minuten schon wieder zurück und sagte „Sie will einfach nicht mitkommen. Sie geht keinen Schritt.“ Elli wollte bei nasskaltem Wetter und Dunkelheit definitiv nicht mehr rausgehen. Und sie hatte genug mentale und emotionale Energie, um das zu verhindern.

 

 

 

Welches sind die 4 Energie-Ebenen?

An die Physische Energie denken die meisten zuerst im Zusammenhang mit Tieren: z.B. wenn ein Pferd oder Hund läuft, springt oder begeistert spielt. Die physische Energie kann sich natürlich auch in Durchgehen, Steigen, Bocken, Weglaufen, Beißen, Kämpfen, Pöbeln etc. zeigen.

Sie wird auch durch die Körperhaltung, die Atmung, den Blick, die Hauttönung oder den Muskeltonus ausgedrückt. Bei Tieren zusätzlich z.B. durch aufgestelltes Fell, Ruten- oder Schweifhaltung, Ohren, Mimik etc.

 

Die Mentale Energie sind die Gedanken, die Willensstärke, das Durchhaltevermögen, das strategische und geplante Vorgehen. Das können auch Tiere. Ich denke z.B. auch hier wieder an Elli, die an warmen Abenden stundenlang hochkonzentriert und mit großer Begeisterung die Mauselöcher im Garten beobachtet hat.  Auch im Training ist es wichtig, dass dein Tier kognitiv versteht, was deine Signale bedeuten.

Die 4 Energie-Ebenen der Kommunikation

Emotionale Energie entsteht durch die bewussten und unbewusste Gefühle, Erwartungen und Erfahrungen. Tiere spüren diese Ebene sehr intensiv und kommunizieren vorwiegend hierüber mit uns. Dabei haben Tiere genau wie wir eine große Bandbreite an Gefühlen. In vielen Bereichen sind wir erst ganz am Anfang, Tiere diesbezüglich wirklich gut wahrnehmen zu können.

 

Wenn du magst, kannst du auch die Spirituelle Energie noch mit einbeziehen. Gerade im Zusammensein mit Tieren können viele Menschen etwas spüren, das deutlich über sie selbst hinausgeht und ihnen Sinn vermittelt. Ich habe vor Jahren einmal Delfine im offenen Meer beobachten können und das hatte etwas Unbeschreibliches und tatsächlich Magisches.

Die 4 Ebenen sind natürlich nicht streng voneinander getrennt, sondern hängen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Diese Verbindungen gibt es sowohl in dir selbst zwischen diesen Ebenen als auch in der Beziehung zu deinem Tier. Da ihr so eine enge Verbindung habt, gibt es auch zwischen den Energieebenen von deinem Tier zu dir und umgekehrt eine intensive Wechselwirkung. Bildlich gesprochen sind du und dein Tier jeweils ein Energiefeld mit jeweils diesen vier Ebenen und dann denke dir darum herum nochmals einen großen Kreis, in dem ihr beide seid und der diese Energiefelder miteinander verbindet.

 

Wie dir die 4 Energie-Ebenen bei der Kommunikation mit deinem Tier helfen

 

Es gibt keine gute und keine schlechte Energieebene. Du kannst auf jeder dieser Ebenen mit deinem Tier kommunizieren. Je bewusster du dir bist, welche Art von Energie du in der jeweiligen Ebene ausstrahlst und in welcher Ebene du dich in der Kommunikation mit deinem Tier vorwiegend bewegst, desto verständlicher kannst du deine Kommunikation gestalten.

Rote High Heels als Symbol für Tangotanz

 

Als konkretes Beispiel, wie du diese 4 Ebenen in der Kommunikation mit deinem Tier einsetzen kannst nehme ich mal ein Beispiel aus dem menschlichen  Bereich. Stell‘ dir vor, du willst – oder sollst, so ist es ja oft bei den Tieren – Tango-Tanzen lernen. Du hast das noch nie gemacht, vielleicht bist du sogar  insgesamt keine erfahrene Tänzerin oder ein erfahrener Tänzer.

Mit PHYSISCHER ENERGIE kann dir ein erfahrener und sicherer Tänzer oder Tänzerin nach und nach vermitteln, wie die Schritte sind, welche Figuren es gibt und wie du dich dabei idealerweise bewegen solltest. Das ist das klassische „Learning by Doing“. In einer guten Lernatmosphäre kann das richtig viel Spaß machen und sehr spielerisch sein. In einer schlechten Atmosphäre kann es extrem hart und stressig sein, so zu lernen. Es ist also sehr abhängig von der emotionalen Energie.

 

Leichter wird es für viele, wenn beim Lernen die  MENTALE ENERGIE  dazukommt. Dazu gehört das Verstehen der Schritte, das Kennenlernen der einzelnen Figuren, Erklärungen zur besten Technik; To-Do’s und Not-to-Do’s, Trainingspläne, Routinen

 

Mit deinem Tier wirst du wahrscheinlich keine Trainingspläne besprechen, aber ein klares Verstehen der Übungen, deiner Signale und bestimmter Abläufe und Rituale gibt viel innere Sicherheit und ist wichtig und hilfreich für eine gute Kommunikation.

 

Die EMOTIONALE ENERGIE wirkt sich stark auf die beiden anderen Ebenen aus. Stell‘ dir vor, dein Tango-Lehrer oder Lehrerin ist positiv, freundlich, sieht das Gute in dir, traut dir was zu, macht kein großes Ding draus, wenn du ihm/ihr mal wieder auf die Füße getreten hast. Automatisch bist du mit Freude dabei, traust dir auch selbst etwas zu, traust dich, Fehler zu machen, lernst dadurch viel schneller und im besten Fall macht es dir richtig viel Spaß, ganz egal, ob du dich schon geschmeidig bewegst oder noch viel Luft nach oben hast.

 

Umgekehrt wirkt negative emotionale Energie genauso stark: du bekommst Angst, willst keine Fehler machen, machst dadurch um so mehr Fehler, wirst zurückhaltend, hölzern und steif. Du hast keine Lust mehr, zum Tanzunterricht zu gehen und hast irgendwann richtig Angst vor deinem Trainer oder deiner Trainerin.

 

Das alles wirkt bei deinem Tier ganz genauso. Es ist gerne mit dir zusammen, wenn du eine positive emotionale Energie ausstrahlst und kann Angst bekommen, wenn es viel negativen Druck verspürt.

 

SPIRITUELLE ENERGIE hat ein Trainer oder Trainerin, wenn der Tango-Tanz für ihn oder sie mehr als ein Sport ist. Es ist eine Lebenseinstellung und die Art zu Tanzen wirkt sich auf das gesamte Leben und das Umfeld aus und umgekehrt.

 

Bei den Pferdemenschen fällt mir dazu z.B. Mark Rashid ein, der in seinen Kursen mehr vermittelt als eine hilfreiche Technik.

 

True horsemanship is developed in the mindful quality of everything we do—not just in the quality of everything we do with our horses.” Mark Rashid

 

Wenn du die Chance hast, von so jemandem zu lernen, kann dich das ganz anders beflügeln, als wenn du von einem guten Techniker lernst. Und die Tiere spüren den Unterschied in der Energie sofort.

 

 

 

Viele Missverständnisse zwischen Menschen und Tieren entstehen, weil wir auf unterschiedlichen Energieebenen kommunizieren.

 

 

Riesiger Hund links und kleiner Hund rechts - Tierkommunikation

Lass uns noch einmal die Beispiele von oben anschauen:

Auf der Physischen Ebene lässt sich dein Pferd oder dein Hund nicht bewegen. Ganz egal, was du physisch versuchst. Vorausgesetzt, dass dein Tier körperlich gesund ist, ist es spätestens jetzt an der Zeit, auf die anderen Ebenen zu schauen. Hilflose Reaktionen von Seiten des Menschen sind dagegen das Einschnallen von Hilfszügeln, schärfere Gebisse, Teletac usw.

 

Auf der Mentale Ebene kannst du überprüfen, ob dein Tier wirklich verstanden hat, was du ihm sagen willst. Hier rate ich in jedem Fall dazu, immer FÜR das Tier zu argumentieren. Es stellt sich mit Sicherheit nicht dumm, will dich „verarschen“ oder hat sich im Vorfeld schon in Ruhe überlegt, wie es dich austricksen kann. Zu 99,9 % versteht es wahrscheinlich einfach nicht, was du von ihm willst.

 

Kennst du auch diese Gedanken?

  • Och nee, warum bewegt sich das blöde Vieh nicht?
  • Das ist ja wieder typisch für mich, dass ich das nicht kann!
  • Jetzt denken die anderen bestimmt, dass ich total unfähig bin!

Aus diesen Gedanken entstehen die dazugehörenden Gefühle auf der Emotionalen Ebene: Wut, Unsicherheit, Trauer, Verzweiflung, Scham…

Hier hört dein Tier sehr genau hin!!! D.h. selbst wenn du die Übung körpersprachlich, technisch und mental gut erklärst, aber in deinem Inneren heftige Gefühle toben, dann wird dein Tier vor allem auf deine Gefühle antworten.

 

Auf Spiritueller Ebene fühlst du dich in so einem Moment vielleicht weder mit deinem Tier, noch mit dir selbst, noch mit den anderen Menschen verbunden. Du erkennst in diesem Moment z.B. keinen Sinn mehr in deinem Tun.

 

Menschen sind oft auf der physischen und mentalen Ebene unterwegs, die Tiere reagieren aber vor allem auf der emotionalen Ebene.

 

 

 

Geht’s jetzt um die Henne oder um das Ei oder … wie beeinflussen sich die Energie-Ebenen?

 

 

 

Du kennst das wahrscheinlich auch, dass fortwährend negative Gedanken oder Grübelei zu Sinnlosigkeit führen kann, sich daraus entsprechend belastende Gefühle entwickeln und diese sich sogar körperlich zeigen können.

 

Andersherum kann auch ein körperliches Symptom z.B. Krankheit oder Schmerzen, zu negativen Gedanken und Gefühlen und letztendlich zu einem Gefühl von Sinnlosigkeit führen.

Geht es um die Henne oder um das Ei? Wechselwirkung

 

 

Die Energieebenen sind untrennbar miteinander verwoben und kein eindimensionales Ursache-Wirkungs-System. Womit also anfangen?

 

Am wirkungsvollsten ist es, wenn du dich über die spirituelle, dann die emotionale, dann die mentale und daraus zur physischen Ebene bewegst.

Die spirituelle Ebene ist zwar am wenigsten konkret greifbar, kann aber extrem stark auf alle anderen Bereiche wirken. Wenn dir das Zusammensein mit deinem Pferd oder Hund mehr bedeutet als das Erreichen einer bestimmten Leistungsklasse oder eine Ablenkung vom Alltag, dann ist das wie ein Leitstern an dem du dich innerlich orientierst und der dich immer wieder auf den richtigen Weg führt, auch wenn du mal falsch abgebogen bist.

 

Mit meinen Coachees arbeite ich immer sehr intensiv auf der emotionalen Ebene. Welche Gedanken hast du? Welche Erfahrungen, Wünsche, Erwartungen, etc. bewegen dich? Welche Gefühle entstehen daraus? Deine Gefühle haben eine so starke Wirkung auf die mentale und physische Ebene, dass sich viele Probleme bereits auflösen, wenn du hier mehr Klarheit hast.

 

Für eine gute Wirkung deiner mentalen Energie brauchst du einen klaren Geist und bist damit sofort wieder bei der emotionalen Energie.

 

Deine physische Energie kann sich durch eine positive emotionale Energie in Sekundenschnelle verändern:

So kannst du z.B. beim Reiten körperlich loslassen oder in schwierigen Situationen mit deinem Hund gelassen bleiben ohne dass das über deinen Willen passiert. Gleichzeitig hilft dir ein guter emotionaler Zustand dabei, dranzubleiben, zu üben, z.B. regelmäßig Gymnastik zu machen oder Freude am gemeinsamen Weg zu haben, auch wenn der Rückruf noch nicht perfekt klappt.

 

Klar ist in jedem Fall:

 

Zwei Lebewesen mit 600 kg und 60 kg oder 6 kg können in einer guten Energie eine Verbindung aufbauen, die weit über einen Zügel oder eine Leine und Kommando und Gehorsam hinausgeht.

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